Wo und wann treffen sich
Passagiere um ihre Ballonfahrt anzutreten?
Erfolgt der Start
der Ballone ausnahmslos in Toblach?
Kann ich als Passagier
entscheiden, in welche Richtung ich fahren möchte bzw. kann ich an
meinem Haus vorbei fahren oder sogar dort landen?
Wie komme
ich als Passagier wieder auf das Startfeld zurück, wo ich mein Auto
geparkt habe?
Sind Ballonkörbe mit einer Toilette ausgestattet?
Warum ist
es Kindern unter 12 Jahren bzw. unter einer Körpergröße von 1,30 m
verwährt, eine Ballonfahrt anzutreten?
Kann ich mir den
Ballonpilot selbst aussuchen?
Warum „Ballon fahren“ und nicht
„fliegen“?
Immer wieder wird von der „Ballontaufe“ gesprochen
– was ist das eigentlich?
Welchen Treibstoff benutzen
Ballons?
Braucht man eine Ausbildung um Ballon fahren zu
dürfen?
Ist es nicht kalt in der Höhe?
Aus welchen
Materialien besteht der Ballon?!
215 Euro – Warum ist eine
Ballonfahrt eigentlich so teuer?
Wo und wann
treffen sich Passagiere um ihre Ballonfahrt anzutreten? Falls
am Tag vorher per Telefon nicht anders besprochen, treffen die
Ballonpassagiere im Falle einer Normalfahrt (Dauer circa 1 Stunde)
um 9 Uhr morgens am Infostand am Startfeld ein. Dieses befindet sich
knapp unterhalb der deutschsprachigen Mittelschule in Toblach. Von
der Hauptstraße gut sichtbar, finden sie Pfeile und Hinweisschilder,
welche Ihnen den Weg zum Startplatz anzeigen. Für Weitfahrten,
beispielsweise bei Dolomiten- oder Alpenüberquerungen, wird am
Telefon ein individueller Startzeitpunkt vereinbart, wobei dieser in
der Regel kurz vor 9 Uhr morgens liegen wird. Nach einem kurzen
Check-in (Einlösung der Gutscheine, Bezahlung des Fahrtpreises,
usw.) werden die Passagiere den jeweiligen Pilotenteams zugewiesen,
welche diese zum Startplatz des Ballons begleiten. Dort angelangt,
werden die Passagiere vom Ballonführer noch einmal über den Ablauf
der anstehenden Ballonfahrt informiert; mit dem Aufbau des Ballons
kann dann begonnen werden. Grundsätzlich findet der Antritt der
Ballonfahrt circa eine Stunde nach dem Eintreffen am Infostand
statt.
Erfolgt der Start der Ballone immer in Toblach? In der
Regel starten alle Ballone am Startfeld in Toblach. Bei gewissen
Wetterbedingungen kann es aber auch sein, dass sich der Pilot für
einen so genannten „Fly-in“ entscheidet, d. h. dass das Ballonteam
inklusive aller Passagiere mit dem Begleitfahrzeug einen anderen
beliebigen Startplatz aufsucht um dann in Folge im Heißluftballon
auf das Startfeld in Toblach zurück zu kehren. Treffpunkt ist auch
bei dieser Fahrt, wie auch bei allen anderen, der Infostand
unterhalb der Mittelsschule in Toblach.
Kann ich als
Passagier entscheiden, in welche Richtung ich fahren möchte bzw.
kann ich an meinem Haus vorbei fahren oder sogar dort landen? Grundsätzlich
handelt es sich beim Ballonfahren um eine Freiluftsportart, welche
deshalb auch zu 100% von den äußeren Witterungsbedingungen abhängig
ist. Da Heißluftballone nicht mechanisch angetrieben werden und
somit auch kein Steuerungsmittel haben, hängt die Fahrtrichtung
ausschließlich von den Windrichtungen in den unterschiedlichen
Luftschichten ab. Deshalb ist es dem Piloten auch nur begrenzt
möglich, seinen Ballon zu manövrieren. Lassen es die
Wetterbedingungen zu, wird der Pilot selbstverständlich auf
individuelle Wünsche der Passagiere eingehen.
Wie komme ich
als Passagier wieder auf das Startfeld zurück, wo ich mein Auto
geparkt habe? Da eine Ballonfahrt ausschließlich von der Windrichtung
abhängig ist, unterscheidet sich der Startplatz in der Regel vom
Landeplatz des Ballons. Deshalb ist jedes Ballonteam mit einem
Begleitfahrzeug mit Anhänger ausgestattet, welches den Ballon
während der Fahrt verfolgt und das ganze Equipment und alle
Passagiere wieder an den Startplatz in Toblach zurückbringt. Ein
vorzeitiges Aussteigen auf dem Rückweg nach Toblach ist natürlich
auch möglich.
Sind Ballonkörbe mit einer Toilette
ausgestattet?
Nein!! Bitte suchen Sie vor Antritt der Ballonfahrt die am Startfeld
zu Verfügung stehenden Toiletten auf um sich etwaige
Unannehmlichkeiten während der Fahrt zu ersparen. In äußersten
Notfällen erhalten sie vom Piloten eine provisorische Vorrichtung im
Korb, welche schlimmere Folgen verhindern soll.
Warum ist es
Kindern unter 12 Jahren bzw. unter einer Körpergröße von 1,30 m
verwährt, eine Ballonfahrt anzutreten? Neben
versicherungstechnischen Gründen, welche je nach Herkunftsland des
Piloten enger oder weiter gefasst sind, besteht der Hauptgrund
dieser Regelung in der Tatsache, dass der Ballonkorb in der Regel
eine Außenhöhe von 1,20-1,30 m aufweist und es daher für Kleinkinder
nicht möglich ist, über diesen Rand hinweg zu sehen. Das Halten von
Kleinkindern auf dem Arm der Eltern ist aus Sicherheitsgründen nicht
gestattet.
Kann ich mir den Ballonpilot selbst aussuchen? In
der Regel weist der Veranstalter den Passagieren ein Ballonteam zu.
Auf individuelle Wünsche, sofern möglich, nehmen wir natürlich gerne
Rücksicht. Im Zuge eines Telefongesprächs, welches am Vortag der
Ballonfahrt zwischen dem Veranstalter und dem Passagier stattfindet,
wird dieser nach seinen Präferenzen (z.B. Sprache des Piloten,
Herkunftsland, usw.) befragt um ihm ein noch spannenderes
Ballonerlebnis zu ermöglichen. Der Veranstalter wird alles in seiner
Macht befindliche versuchen um auf individuelle Wünsche einzugehen,
jedoch kann dafür keine Garantie übernommen werden.
Warum
„Ballon fahren“ und nicht „fliegen“? Für viele Laien unverständlich, doch
alle Piloten aus dem deutschsprachigen Raum legen auf den Ausdruck
„Ballon FAHREN“ besonders großen Wert. Ja es geht manchmal so weit,
dass manche Vertreter der Ballonzunft sogar beleidigt sind, wenn von
„fliegen“ gesprochen wird. Für den Begriff „BallonFAHRT“ gibt es
einen physikalischen und einen historischen Grund: Einerseits ist
der Ballon, sei es ein Heißluft- als auch ein Gasballon, ein
Aerostate. Er bewegt sich also im Gegensatz zum Flugzeug oder
Hubschrauber nach den Gesetzen der Aerostatik. Das grundlegende
Prinzip ist "leichter als Luft". In der Hülle des Heißluftballons
hat die erwärmte Luft eine geringere Dichte als die Umgebungsluft.
Sprich die heiße Luft im Ballon ist leichter als die Luft außerhalb
der Hülle. Beim Gasballon befindet sich ebenfalls in der (nebenbei
viel dickeren Gummi-) Hülle ein Gas geringerer Dichte. Diese
Funktionsweise hat ihre Grundlage in der Theorie der Aerostatik, die
nach einem Satz des Archimedes (287-212 v. Christus) definiert ist.
Noch heute sagen die Physiker also "alles was leichter ist als
Luft, fährt". Das gilt allerdings auch für Zeppeline. Soviel
erst einmal zur trockenen Physik. Wer sich weiter dafür
interessiert, möchte doch bitte unter Archimedes in einem
Nachschlagewerk für Physik nachschlagen. Dann gibt es noch einen
anderen Grund, warum ein Ballon nicht fliegt. Die ersten
Ballonfahrer, bzw. die Erfinder des ersten Ballons, die Gebrüder
Montgolfiere, sagten schon damals im Jahre 1783, dass sie in das
Luftmeer entschweben. Und da die Seefahrer im (Wasser-) Meer fahren,
fahren Ballone im Luftmeer. So übernahmen sie die "Regeln" der
Seefahrt. Und noch ein Grund fürs Ballonfahren: Wenn Sie einmal
selbst Ballon gefahren sind, merken Sie, dass es ein fahren, ein
schweben, ein dahin gleiten ist. Die Erde bewegt sich langsam unter
einem, doch von der Hektik, dem Krach und der Geschwindigkeit des
Fliegens ist man weit entfernt. Zum Abschluß nun noch einen
kleinen Wehmutstropfen: nur in der deutschsprachigen Welt wird von
Fahren geredet, im amerikanischen wird geflogen. Hier heißt es fly
balloon, ballooning oder make a balloonride. (Quelle:
www.ballonservice.de)
Immer wieder wird von der „Ballontaufe“
gesprochen – was ist das eigentlich? Zu Beginn der
Ballonfahrergeschichte im 18. Jahrhundert war es nur den Adeligen
vorbehalten, in einem Ballon zu fahren. Daraus hat sich der Brauch
entwickelt, dass man mit einer Ballontaufe nach der ersten
Ballonfahrt einen „Adelstitel der Lüfte“ verliehen bekommt. Dazu
wird Sie ihr Ballonpilot nach der geglückten Landung mit Feuer und
Sekt taufen und Ihnen Ihren Titel mit einer Urkunde verleihen. Es
wird Ihnen dabei mit einem Gelöbnis auferlegt, Ihren Titel zu führen
(d. h. auswendig zu kennen) und niemals wieder das Wort „Fliegen“ im
Zusammenhang mit Ballonen zu verwenden.
Welchen Treibstoff
benutzen Ballons? Propangas. Das in speziellen Stahlzylindern
mitgeführte Gas wird im Brenner entzündet. Dieser lässt eine Flamme
von ca. 1600 Grad Celsius entstehen. Je nach Fahrweise und Beladung
verbraucht ein Ballon ca. 100-120 Liter pro Stunde. Die Leistung des
Brenners liegt bei ca. 600 KW!
Braucht man eine Ausbildung um
Ballon fahren zu dürfen? Selbstverständlich. Um als Ballonpilot
tätig zu werden, braucht man den Pilotenschein. Dieser ist in fast
allen Punkten (z.B. Navigation, Luftrecht, Meteorologie) identisch
mit dem Pilotenschein für Sportflugzeuge. Neben umfangreichem
theoretischem Wissen muss der Pilot eine praktische Ausbildung und
Kenntnisse im Flugfunkbetrieb nachweisen. Jeder Pilotenschein ist
nur befristet gültig. Er bleibt nur erhalten, wenn man jährlich eine
Mindestanzahl Stunden auf dem jeweiligen Luftfahrzeug absolviert und
ein Fliegerarzt die Tauglichkeit bescheinigt. Bei gewerblich
startenden Piloten sind die Anforderungen noch etwas höher; so wird
z. B. eine jährliche Überprüfungsfahrt mit einem vereidigten Prüfer
des Luftfahrtbundesamtes durchgeführt. Bei groben Verstößen- auch im
Straßenverkehr- kann der Pilotenschein entzogen werden.
Ist
es nicht kalt in der Höhe? Die Temperatur in der Höhe unterscheidet
sich nicht signifikant von jener am Boden. Die Temperatur sinkt zwar
je 100 Meter um ca. ein Grad, im Ballonkorb ist aber fast kein Wind
zu spüren da sich der Ballon mit dem Wind fortbewegt. Und dann ist
ja noch die Flamme unmittelbar über den Köpfen der Ballonfahrer,
deswegen merkt man fast keinen Unterschied zur Bodentemperatur. Als
optimale Kleidung wird vom Veranstalter Skibekleidung empfohlen:
mehrere Schichten, warme Jacke, dicke Socken und festes Schuhwerk,
welches wenn möglich über die Knöchel reicht.
Aus welchen
Materialien besteht der Ballon?! Die Hülle besteht zum
größten Teil aus Nylon und ist innen mit Polyurethan beschichtet.
Die Reißfestigkeit beträgt im Neuzustand ca. 23 kg/cm³. Bei Werten
unter 13,6 kg/cm³ ist die Hülle nicht mehr lufttüchtig und muß entweder
repariert oder aus dem Verkehr gezogen werden. Unser Ballon hat an
den thermisch am höchsten belasteten Stellen (ganz oben wo die
Temperatur am höchsten ist) einen speziellen "Hyperlast"-Stoff. Die
Lebenserwartung einer Ballonhülle beträgt ca. 400-max. 700 Stunden.
Der Korb besteht aus einem Weidengeflecht. Das "Chassis" besteht
aus einem Stahlrahmen. Die Korbseile sind aus Nirostastahl. Mit im
Korb sind diverse Ausrüstungsgegenstände wie z. B. Funk (ein
spezielles Flugfunkgerät), GPS, Feuerlöscher, Notwurfleine etc.
untergebracht. Die Gaszylinder sind speziell für Ballone
konstruierte Stahlflaschen mit ca. 50 Liter Gasinhalt pro Flasche.
Der Brenner, der die Luft in der Hülle erhitzt, leistet ca. 600
kw. Er besteht aus 2 unabhängig voneinander arbeitenden
Brennerspiralen mit 2 Pilotflammen. Bei Ausfall eines Brenners bzw.
einer Brennerspirale besteht absolut keine Gefahr da diese völlig
autonom arbeiten. (Quelle: www.ballonpiloten.de)
215 Euro
– Warum ist eine Ballonfahrt eigentlich so teuer? Entgegen
der geläufigen Meinung handelt es sich beim Ballonsport um eine
äußerst kostenintensive Aktivität. Zum einen resultieren die Preise
für Passagiere aus den extrem hohen Anschaffungskosten für den
Heißluftballon (Hülle, Brenner u. Korb kosten circa 70.000 €) und
dem antriebsstarken Begleitfahrzeug mit Anhänger, zum anderen
treiben die aktuellen Gaspreise den Preis für eine Ballonfahrt
mächtig in die Höhe. Dazu gesellen sich noch jährliche Kosten für
Wartung und Lizenzen, sowie Personalkosten für das gesamte
Ballonteam. Ohne Sponsoren und ohne Rückgriff auf private Vermögen
wäre das Ballonfahren eine Sportart, welche nur den gut Betuchten
Piloten möglich wäre.
Wir hoffen, Ihnen einen kleinen
Überblick verschafft zu haben und freuen uns auf eine Ballonfahrt
mit Ihnen! Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen
selbstverständlich gerne zur Verfügung!
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